Logo Geheim 3/1998

Anquatschversuch in Ulm/Neu-Ulm

Nach mindestens drei bekannt gewordenen VS-Anquatschversuchen in Ulm (Baden-Württemberg) allein im Lauf des letzten Jahres (davon einer in Antifazusammenhängen, zwei in Anti-Atom-Umfeld) war die schnüffelnde Behörde schon wieder unterwegs:

Am 17.3.1998 gegen 13.30 Uhr klingelten zwei Typen in der WG aus dem Umfeld des Ulmer »Antifa-Stammtisches« (einem öffentlichen Treffen von Einzelpersonen und in verschiedenen Gruppen organisierten AntifaschistInnen in einer Ulmer Kneipe). Einer wird als 30-40jähriger, mit dunklen Haaren und »hoher Stirn« beschrieben. Der andere war älter, Brillenträger, grauschwarzes Haar und Vollbart. Er outete sich als »Herr Pardal« oder ähnlich und meinte, sie kämen »von der Behörde«, wies auf den Verfassungsschutzbericht hin und schilderte den Aufgabenbereich wie folgt: »beobachten rechter und linker Extremisten, zu denen auch die kommunistische Plattform der PDS zählt.«

Außerdem wies er darauf hin, daß es legal sei, Menschen derart anzuquatschen. Und dann sagte er noch, daß der Antifaschist für Informationen »Geld bekommen würde, was natürlich steuerfrei sei« und daß er »als Zivildienstleistender ja wohl auch nicht sehr viel verdienen würde«. Obwohl der Angequatschte es ablehnte, mit dem Verfassungsschutz zusammenzuarbeiten, hinterließen die beiden VSler noch folgende Mobiltelefonnummer: (0171) 3308934. (...)

Gekürzt aus: »die rote hilfe« 3/98, Postfach 6444. 24125 Kiel


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